Artikel Tagged ‘Accessoires’

Sep
23

Der Herbst erreicht uns in den Städten und auf dem Land. Die Bäume wechseln ihre Kleider und Anzüge, tragen vermehrt Gelb, Orange, Rot und Braun. Farben die uns wärmen, nicht nur seelisch, sondern auch Tweed und Wolle werden aus den Schränken geholt, bevor man mit den Lieben zum sonntäglichen Spaziergang an die frische Luft geht.

Es muss ja nicht Prag sein, auch der Park im Kiez hat den Teppich ausgerollt. Den Teppich aus frisch gefallenem Laub, dessen Knistern bei jedem Schritt auf die gemütliche Jahreszeit einstimmt. Es wird schnell kälter und wir erinnern uns an die schönen Momente. Die schönen Momente vergangener Tage. Sowohl dieses Sommers als auch früher. Bis hin in die Zeiten, in denen Sophie Marceau uns Herren verzauberte (nicht, dass sie es nicht immer noch täte). Prag ist nicht nur Schauplatz dieses Videos, sondern auch der Name der Band, die sich aus Nora Tschirner, Erik Lautenschläger und Tom Krimi zusammen setzt. Sie nehmen uns mit auf eine nostalgische Reise in die Hauptstadt der Tschechischen Republik. Als wäre das nicht genug setzt nun auch das Rundfunkorchester ein und spielt eine Melodie, die uns so harmonisch direkt in die glanzvollen Fünfziger Jahre entführt, wo Herr das Haus nicht ohne Krawatte und mindestens Anzug, am Liebsten gar im Dreitiler und die Dame nicht ohne Kostüm verließ. Welch’ schöne Momente wir doch erleben.

Hier der Text zum Mitsingen und Summen:

Wir alle waren so
verliebt in Sophie Marceau
sag nicht es war nicht so
und alle Mädchen standen
auf Pierre Cosso

Wir alle waren so
verliebt in Sophie Marceau
sag nicht es war nicht so
denn es war doch so
sag nie es war nicht so

Wenn der Herbst kam
hatte jeder von uns
einen Besen in der Hand
und fegte
was die Straße hergab
nur damit die vielen Mütter
mit den Kindern
sich nicht durch das Laub
die Stiefel schmutzig machten
und ein Lächeln galt als Dank

Wenn wir nach der Schule
mit dem Bus nach Hause fuhren
und ein alter Mensch dazustieß
sprang ein jeder von uns auf
weil betagte Knochen
eines Platzes sehr viel nötiger bedürfen
und ein Lächeln galt als Dank

Wir alle waren so
verliebt in Sophie Marceau
sag nicht es war nicht so
und alle Mädchen standen
auf Pierre Cosso

Wir alle waren so
verliebt in Sophie Marceau
sag nicht es war nicht so
denn es war doch so
sag nie es war nicht so

Aug
03

Im Port Magazin erschien kürzlich eine Modestrecke, die mich in eine Zeit zurück versetzen, in der Mann das Haus nicht ohne Anzug verließ. Im Straßencafé trifft man Freunde und Bekannte, man sitzt zusammen und genießt bei Tee oder Kaffee am Nachmittag die Sonne. Angeregte Gespräche über den neuesten Klatsch aus der Nachbarschaft, Politik und Kultur, dazu wird viel gelacht.

Port Magazin Nr. 6 Editorial/ Fotograf Ole Rindal via CouteQueCoute

Port Magazin Nr. 6 Editorial, Fotograf: Ole Rindal via cqc Bild 4

Port Magazin Nr. 6 Editorial, Fotograf: Ole Rindal via cqc Bild 6

Fotograf: Ole Rindal
Styling: David St. John-James

Das Port Magazin findet Ihr hier.

Bilder via CouteQueCoute

Jul
05

Nachdem sich das Wetter in den letzten Tagen noch sehr wechselhaft und hier in Berlin wenig in Gastgeberlaune zeigte, hat sich die Sonne heute durchgesetzt und die Wahl der kurzen Hose fiel nicht schwer. Vor drei Wochen bei der Vorstellung von DEBENHAMS wurde das Zurschaustellen von männlichen Waden noch vermisst, im Osten der Republik sind einige zu bewundern. Ebenso wie die von uns gesichteten Tagesoutfits.

Gerade wenn das trainierte Herrenbein (noch) nicht mit Urlaubsbräune entzücken kann, kann Mann dem Tagesoutfit mit etwas Farbsinn die gewisse Freude verleihen. Ich habe mit zwei Blautönen grundiert, und dann bei den textilen Accessoires auf sonnige Akzente gesetzt. Das helle Gelb und ein frisches Türkis sind bei der Krawatte dezent,  und bei den Socken eher mutig enthalten. Bei genauerem Hinsehen (siehe Portrait) sind die verschiedenen Farben im feinen Seidengewebe zu entdecken.

Dass ich keinen Gürtel trage bitte ich mir nachzusehen. Erst wollte ich mich nicht zwischen weißem Stoff und braunem Leder entscheiden, und dann drängte der Zeitplan, sodass ich ihn auf dem Weg zum Modezelt vergaß. “Nobody is perfect.” Und ich schon garnicht.

Tagesoutfit zur Mercedes Benz Fashion Week Berlin (Foto: Marlen Stahlhut)

Portrait Tagesoutfit (Foto: Marlen Stahlhut)

Krawatte: J.PLOENES
Hemd: Julius Errol Flynn
Hose: AllSaints
Socken: Happy Socks
Brille, Tasche und Schuhe: Persönliches Eigentum des Bloggers.

Fotos: Marlen Stahlhuth

 

Jun
18

Dass die Piratenpartei die deutsche Politik aufgewirbelt hat und so manche etablierte Seele unbequem berührt hat, steht wohl außer Frage. Äußerst interessant ist nun der Vorstoß der NRW-Landtagspräsidentin Carina Gödecke. Orangene Pullover und Cowboyhüte, die sie während der ersten beiden Sitzungen gesehen habe, passen so gar nicht zum seriösen Erscheinungsbild der Abgeordneten. Die Westdeutschen Zeitung berichtet heute, dass die Landtagspräsidentin nun wohl einen Dresscode für Politiker einführen will. Danach sollten die Männer “zumindest ein Jackett tragen” und Schulterfrei solle auch bei den weiblichen Abgeordneten nicht mehr vorkommen. “Hüte und Kopftücher aller Art seien im Parlament ‘unangebracht’” zitiert die WZ die 53-Jährige weiter.

“Das Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden sei damit wohl ihre Reaktion auf das Auftreten der Parlamentsneulinge von der Piratenpartei” schreibt die WZ weiter. Nun lässt sicht über die Kleiderordnung von Politikern nicht erst seit heute diskutieren. Ob es bei dem Turnschuhtragendem Joschka Fischer anfing, dem Krawatte-verweigernden Horst Seehofer fortzuführen und nun bei vielleicht sogar etwas klischeehaften Beanstandungen weitergeht, zum Glück wurde nicht von Holzbeinen und Augenklappen gesprochen.

Die gewählten Volksvertreter sollten einerseits ihre Wähler repräsentieren, dürfen andererseits gern auch ein Mal (mehr) mit gutem Beispiel voran gehen. So sollten dann auch Verhalten und Entscheidungen die seriöse Kleidung reflektieren. Auf meine Frage (während eines Pressetermins auf der Modemesse theKEY.to im Sommer 2010) zur modischen Kompetenz der Politker antwortete Renate Künst, dass “Mode immer Politiktauglich sein müsse”. Die Folgefrage, wie modetauglich Politker sein müssten, um die kulturelle Vielfalt in der Gesellschaft widerzuspiegeln, blieb jedoch unbeantwortet.

 

(Bild: Alle Rechte beim Landtag NRW)

Was meint Ihr: Sind Pullover und freie Damenschultern angemessene Bekleidung für Volksvertreter oder können PolitkerInnen das Volk nur mit Kragen und Krawatten würdig vertreten? Und wer tut dies in stilsicherer und vorbildlicher Manier?

 

(Quelle: WZ vom 18.6.2012, Seite 4 oder Online, Link hier)

Mai
24

Ich möchte Euch auch einmal meine/ unsere Quellen der Inspiration und Unterhaltung vorstellen. Daher werde ich von nun an immer mal wieder Blogger vorstellen, die ich besonders lesens- und im übertragenen Sinne verfolgenswert finde. Aus aktuellem Anlass beginne ich mit einem nicht immer ganz ernst zu nehmenden, aber durchaus provokativ unterhaltsamen Blog: Dandy Diary.

Eigene und traditionelle Konzepte des Dandy sind von David Kurt Karl Roth und Carl Jakob Haupt verinnerlicht und bis ins Überspitzte gelebt. Das “Modeblog für Männer, Frauen und Ladyboys” (Quelle: DandyDiary) ist hedonistisch, extravagant und zügellos. Und gerade wegen seiner direkten Art so unterhaltenswert. Obwohl die beiden in Hamburg und Berlin wohnen, treiben sie sich doch in der gesamten (Netz-)Modewelt herum.

Genug Einführung, das beste Bild macht Ihr Euch am Besten direkt und ungefiltert. Die volle Pracht des Protzes und linguistische Finesse wird schon beim Artikel “Richtig reinstecken II: die Krawatte“.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Mai
08

Die MET Gala ist eine der glamourösesten und elegantesten Veranstaltungen im gesellschaftlichen Kalender von New York. Auf dem roten Teppich bietet sich die ‘Society’ den Photographen, Stars und Sternchen fahren volle Geschütze auf: Die Damen tragen die schönsten Kleider der aktuellsten Kollektionen, zeigen die längsten Beine und die ausgefallensten Stoffe. Herren kommen bei der Kleiderordnung nicht unter Black Tie aus. Alle paar Jahre wagt es ein Einzelner den Rebellen zu mimen, aber der Großteil lässt sich auf einen Smoking verhaften und zeigt sich von der gepflegtesten männlichen Seite. Nicht nur weil die weibliche Schau dieses Jahr etwas weniger Aufsehen erregte (es waren gar krasse Fehlgriffe der Stylisten zu sehen), sondern weil wir uns an vorbildmäßigen männlichen Protagonisten erfreuen konnten, stelle ich hier meine Auswahl vor:

Tom Ford mit Chanel Iman (beide in Tom Ford)

Tom Ford, der große Maestro der Herrengarderobe zeigt sich in tailliertem und prachtvollem Smoking mit Fliege und (zu ihrem Champagner-farbenen Kleid passender) Blume am Revers.

James Franco in Dinner Jackett mit Krawatte

Dass James Franco den maskulinen Anzug von Marina Abramovic entspannt mitträgt und sich von ihr nicht die charmante Schau stehlen lässt macht den Schauspieler nur noch sympathischer. Beide tragen übrigens Gucci.

Will Arnett mit Amy Poehler

Will Arnett und Schauspielkollegin Amy Poehler erschienen im eleganten schwarz. Sie schaffen es dennoch, nicht finster auszusehen.

Hamish Bowles mit Lena Dunham

Das Paradiesvogelpaar Hamish Bowles und Lena Dunham beweisen Farbenfreude und Mut. Nicht nur leuchtet sein gemustertes Jackett in rosa, auch seine Socken und ihre Schuhe leuchten gegen den roten Teppich. Beide tragen Dolce & Gabbana.

Mick Jagger und L'Wren Scott

Der Rockbarde Mick Jagger wagt den Stilbruch der eher sportlich anmutenden Schuhe mit breitem Grinsen. Lausbubisch zeigt er seine Freude am Abend. Wie könnte man ihm das auch verdenken mit der eleganten und wunderschönen L’Wren Scott im Arm?

 

Bilder via Fashionologie

Mai
03

Im heutigen Zeitalter zählt im Fußball nicht nur das Auftreten der Spieler auf dem Platz, sondern auch das richtige Outfit des Fans, der die eigene Mannschaft anfeuert.  Im ersten Teil haben wir gestern die modische Kompetenz vom deutschen Fußballmeister Borussia Dortmund und dem Vizemeister FC Bayern München mit einem klaren Sieger vergleichen. Heute schauen wir uns den FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach an: Auch wenn die beiden zum Schluss sportlich nicht mithalten konnten, bieten sie ihren Fans modisch genug?

Nun also zum Vergleich der online Shops: Beim FC Schalke gibt es Königsblau und Weiß bis zum Abwinken, als T-Shirt, Trikot, Trainingsanzug, Wimpel, jeglicher Traum eines Schalke-Fans lässt sich hier wohl erfüllen. Für uns sind aber die Krawatten und Hemden interessant.

Bei den Krawatten gibt es einen überlegenen Sieg. Mit 3:1 vernichten die Knappen die Pfohlen fast schon. Auch wenn sich die Mönchnegladbacher auf ein klassisches Streifenmuster verlassen, beweisen die Schalker mit dem modernen Karomuster auch modisches Geschick.

Drei große gegen eine kleine fügen sich zum Gesamtbild im modischen Duell Schalke gegen M'gladbach

In der zweiten Hälfte dieser Partie ist wieder alles offen, wer hat bei den Hemden mehr Geschmack bewiesen? Im weiß-blauen Knappenshop scheint die Farbwahl unausweichlich, kariert mit langem und kurzem Arm sind für die Freizeit zu haben. Ich persönlich hätte ein weißes Hemd Hemd mit Sponsorenaufnäher am Kragen erwartet, aber das gibt es gerade nicht.

Bei der Borussia gibt es auch zwei Hemden, ebenfalls Freizeit, aber beide kurzarm, es ist das gleiche Modell in weiß und grau.

Der Hemdenvergleich: Schalke gegen Mönchengladbach

In diesem Falle ein klassisches Remis. Auch wenn Schalkes Muster gelungen sind, eignen sich die Hemden nicht wirklich zur Kombination mit Krawatte. Die Oberhemden für Borussen lassen sich gut zur Krawatte kombinieren. Kurzarmhemden liegen diesen Sommer wieder im Trend und sind gerade auf dem Sportplatz oder im Urlaub angenehm zu tragen. Bei der Meisterfeier wäre aber ein langärmeliges Hemd angesagt. Die geraden Schnitte sind wohl auch ein leichter Kompromiss zwischen breiter Spielerschulter und einem weniger sportlichen aber umso loyalerem Fanbauch.

Mit einem 5:3 gewinnt Schalke den modischen Vergleich gegen Borussia Mönchengladbach. Neben viel Spaß wünschen wir nach dem Saisonende viel Erholung im Urlaub und eine gute Vorbereitung auf die neue Saison.