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Lektion zum Krawattenknoten von Alexander Olch für TheCorner.com
Alexander Olch ist einer der beliebtesten Amerikanischen Krawattenmanufakturen. Eigentlich ist der Harvard Absolvent Regisseur, erlangte aber vor Allem in den USA als Krawattenmanufakteur mehr Ruhm. Die Wall Street und und der dort ansässige Geldadel erliegt der Darstellung seiner Krawatten als aristokratischem Standessymbol. Dass er im folgenden, sehr ansehnlichen Video den einfachsten aller Knoten, den Four-in-Hand, als angestrebtes Ideal aller seiner Halsbinder definiert, sollte zumindest den anspruchsvollen und leidenschaftlichen Krawattenträger amüsieren.
Diesem exklusivem Kurzfilm für TheCorner.com, in dem Aurelie Clodel die Knot-Dozentin mimt, können wir “Alteuropäer” vielleicht keine Lehrstunde entnehmen, kurzweilige Unterhaltung bietet er dennoch.
Alexander Olch — Knot Yourself from Alexander Olch on Vimeo.
The ultimate tutorial on how to tie a tie. Starring Aurelie Claudel, Directed by Matt Lenski, Featuring the song "Fashion Party" by Daniele Luppi, produced exclusively for TheCorner.com
Die Berliner Modewoche hat für viele Eindrücke gesorgt, die nur mit der Zeit zu verarbeiten sind. Nachdem Christoph Euch bereits hier ein paar Impressionen lieferte, zeige ich nun ein paar der von mir entdeckten und ausgewählten Protagonisten. Gerade weil Berlin manchmal dafür kritisiert wird, dass es mehr um rote Teppiche und Prominenz gehen würde, präsentiere ich hier ein paar Menschen, die Mode eben nicht zu ernst sowie den ganzen Zirkus am Brandenburger Tor gern mitnehmen und auf ihre Art bereichern.
Yury ist zurecht stolz auf seine Krawatte von Edsor Kronen. Ein feines Exemplar. Das florale Muster ton-in-ton mit dem rosa Hemd ist mit dem Strickpullover sicher kombiniert und diesseits der Spree niemals unangemessen.
An einem beliebigen Morgen, in irgendeiner Stadt sitze ich morgens auf dem Weg zur Arbeit in der Ubahn. Noch nicht ganz im neuen Tag angekommen schweift mein Blick umher, ich mustere meine Mitmenschen, die Mitfahrer im öffentlichen Nahverkehr. Mal hier mal dort bleibt mein Blick an einem Kleidungsstück, einem Accessoire, oder einem Gesicht hängen: Mal ist es eine Krawatte mit besonders schönem oder schlichten Muster. Beim nächsten Mal ist es eine Fliege (oder Schleife), die mit dem etwas zu groß gewählten Sakko auf einen Professor schließen lassen könnte. Mal ist es eine Uniform, ein besonders gut sitzender Anzug, das farbenfrohe Kleid der jungen oder die stilsicher ausgewählte Kombination der erfahrenen Dame.
Doch hin und wieder weiß ich auch nicht, auf wen oder was ich gerade schaue. Ein nicht mehr so unüblicher, aber doch uncharmantes Arrangement aus Sportjacke über T-Shirt, dazu die Jeans einmal umgekrempelt zum Samba Sportschuh (oder Sneaker) und als Tasche ein Messenger aus LKW-Plane. Ohne jegliche weiteren modischen Akzente oder Schmuck, sei es ein Ohrring oder eine Kette, Uhr oder Ring kann ich bei dem mittelkurzem Haarschnitt nicht einmal erkennen, ob es sich gerade um eine etwas unförmige Dame oder einen doch nicht so sportlichen Herren handelt. Sicher, ein bisschen oberflächlich ist diese leise Frage an mich selbst, ist der Tag noch so früh wie ich verträumt. Aber auch meine Phantasie hilft mir nicht unbedingt, diesen heutzutage weit verbreiteten (Un-)Stil zu verstehen. Ich habe ganz und garnichts gegen die einzelnen Kleidungsstücke. Die jeans ist ein bewährtes und stabiles Beinkleid, das T-Shirt ein schön ungezwungenes Oberteil und die Sportjacke samt Schuhe will ich in der Halle oder dem Sportplatz nicht missen. Aber auf dem öffentlichen Markt der Eitelkeiten, wo kaum eine Zeitschrift oder gar Zeitung ohne Stilteil, Modeblogs und Fernsehprogramme jede Saison neue Trends festzustellen meinen, und das Einkaufen (‘Shopping’) zum sozialen Höhepunkt am Samstag oder verkaufsoffnenen Sonntag geworden ist, kann man sich derart identitätslos präsentieren?
Zeugt die Beliebigkeit des textilen Kostüms von Desinteresse oder Ahnungslosigkeit? Oft befürchte ich auch, dass das Selbstbewusstsein nur eine Folge des selbst-Hinterfragens geworden ist. Wir beschäftigen uns viel zu wenig mit uns selbst, und miteinander. Wir beschäftigen uns dafür aber manchmal doch ein bisschen zu sehr mit den Anderen. Meinen zu wissen, was sie falsch machen, im schlimmsten Fall lassen wir uns darüber aus und vergessen gar, wir selbst zu sein.
Nehmen wir uns doch etwas mehr Zeit, um uns morgens auf den Tag einzustellen. Um unsere Kombination nicht zum Kostüm, sondern zum Spiegelbild der Seele zu machen. Oder ja: Heute ist es Kostüm und lockeres Bild meiner selbst, weil ich frei habe. Weil ich Spaß habe, egal ob mit Krawatte oder ohne. (Mit jedoch mehr.)
Hauptsache, das Lächeln sitzt, und ich freue mich, mit den anderen in den neuen Tag zu starten. Jetzt bin ich wach, jetzt freue ich mich darauf, den anderen, Euch allen, einen schönen neuen Tag zu wünschen. Morgen sehen wir uns wieder. Zur gleichen Zeit, im gleichen Linienverkehr. Vielleicht mit einer neuen Krawatte?
Die Sonne lachte, so manches Osterei fiel ihr wohlmöglich zum Opfer. Und auch wenn man sich nach den Feiertagen fühlt, als würde es dieses Jahr wieder nichts mit der alljährlich erneut in Angriff genommenen Strandfigur, viellecht lässt sich der eine oder andere bewährte Trick zum Kaschieren nutzen. Zu schmale Krawatte am stattlichen Herrn sollte genauso wenig getragen werden, wie das zu sehr umhüllende Tuch des begehrenswerten Vollweibes. Aber halt. Denn noch muss keine Flinte ins Korn geworfen werden, noch ist nichts verloren! Warum schauen wir nicht einfach nach vorn und fangen jetzt an, uns warm zu tanzen. Denn der Tanz in den Mai am nächsten Wochenende lädt doch ein, bei guter Gesellschaft mit Freunden und (Un-)Bekannten vom lauen Sommerabend bis in, vielleicht sogar durch, die Nacht zu Tanzen.
Wie tantzauglich Mode doch sein kann, haben das TanzTheater München und die DePauli AG mit ihren Shops herrenausstatter und fashionsisters zum vierten Mal bewiesen: Mode & Tanz nach William Shakespeares Sommernachtstraum war Programm, auf der Bühne des Staatstheater am Gärtnerplatz in München wurden jedoch nicht nur die tänzerischen Talente des Ensembles dargeboten, sondern auch die Sommerkollektionen 2011 präsentiert.
Und auch wenn die Einleitung durch Hans Henning Paar offensichtlich abgelesen wird, die freien Bewegungen der Interpretation sollten anregen, die eigene modische Sommerlaune frei zu lassen und das eine oder andere Experiment zu wagen.
Viel Vergnügen und Inspiration beim Anschauen!


