Artikel Tagged ‘T-Shirt’

Jun
18

Dass die Piratenpartei die deutsche Politik aufgewirbelt hat und so manche etablierte Seele unbequem berührt hat, steht wohl außer Frage. Äußerst interessant ist nun der Vorstoß der NRW-Landtagspräsidentin Carina Gödecke. Orangene Pullover und Cowboyhüte, die sie während der ersten beiden Sitzungen gesehen habe, passen so gar nicht zum seriösen Erscheinungsbild der Abgeordneten. Die Westdeutschen Zeitung berichtet heute, dass die Landtagspräsidentin nun wohl einen Dresscode für Politiker einführen will. Danach sollten die Männer “zumindest ein Jackett tragen” und Schulterfrei solle auch bei den weiblichen Abgeordneten nicht mehr vorkommen. “Hüte und Kopftücher aller Art seien im Parlament ‘unangebracht’” zitiert die WZ die 53-Jährige weiter.

“Das Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden sei damit wohl ihre Reaktion auf das Auftreten der Parlamentsneulinge von der Piratenpartei” schreibt die WZ weiter. Nun lässt sicht über die Kleiderordnung von Politikern nicht erst seit heute diskutieren. Ob es bei dem Turnschuhtragendem Joschka Fischer anfing, dem Krawatte-verweigernden Horst Seehofer fortzuführen und nun bei vielleicht sogar etwas klischeehaften Beanstandungen weitergeht, zum Glück wurde nicht von Holzbeinen und Augenklappen gesprochen.

Die gewählten Volksvertreter sollten einerseits ihre Wähler repräsentieren, dürfen andererseits gern auch ein Mal (mehr) mit gutem Beispiel voran gehen. So sollten dann auch Verhalten und Entscheidungen die seriöse Kleidung reflektieren. Auf meine Frage (während eines Pressetermins auf der Modemesse theKEY.to im Sommer 2010) zur modischen Kompetenz der Politker antwortete Renate Künst, dass “Mode immer Politiktauglich sein müsse”. Die Folgefrage, wie modetauglich Politker sein müssten, um die kulturelle Vielfalt in der Gesellschaft widerzuspiegeln, blieb jedoch unbeantwortet.

 

(Bild: Alle Rechte beim Landtag NRW)

Was meint Ihr: Sind Pullover und freie Damenschultern angemessene Bekleidung für Volksvertreter oder können PolitkerInnen das Volk nur mit Kragen und Krawatten würdig vertreten? Und wer tut dies in stilsicherer und vorbildlicher Manier?

 

(Quelle: WZ vom 18.6.2012, Seite 4 oder Online, Link hier)

Sep
29

An einem beliebigen Morgen, in irgendeiner Stadt sitze ich morgens auf dem Weg zur Arbeit in der Ubahn. Noch nicht ganz im neuen Tag angekommen schweift mein Blick umher, ich mustere meine Mitmenschen, die Mitfahrer im öffentlichen Nahverkehr. Mal hier mal dort bleibt mein Blick an einem Kleidungsstück, einem Accessoire, oder einem Gesicht hängen: Mal ist es eine Krawatte mit besonders schönem oder schlichten Muster. Beim nächsten Mal ist es eine Fliege (oder Schleife), die mit dem etwas zu groß gewählten Sakko auf einen Professor schließen lassen könnte. Mal ist es eine Uniform, ein besonders gut sitzender Anzug, das farbenfrohe Kleid der jungen oder die stilsicher ausgewählte Kombination der erfahrenen Dame.

Doch hin und wieder weiß ich auch nicht, auf wen oder was ich gerade schaue. Ein nicht mehr so unüblicher, aber doch uncharmantes Arrangement aus Sportjacke über T-Shirt, dazu die Jeans einmal umgekrempelt zum Samba Sportschuh (oder Sneaker) und als Tasche ein Messenger aus LKW-Plane. Ohne jegliche weiteren modischen Akzente oder Schmuck, sei es ein Ohrring oder eine Kette, Uhr oder Ring kann ich bei dem mittelkurzem Haarschnitt nicht einmal erkennen, ob es sich gerade um eine etwas unförmige Dame oder einen doch nicht so sportlichen Herren handelt. Sicher, ein bisschen oberflächlich ist diese leise Frage an mich selbst, ist der Tag noch so früh wie ich verträumt. Aber auch meine Phantasie hilft mir nicht unbedingt, diesen heutzutage weit verbreiteten (Un-)Stil zu verstehen. Ich habe ganz und garnichts gegen die einzelnen Kleidungsstücke. Die jeans ist ein bewährtes und stabiles Beinkleid, das T-Shirt ein schön ungezwungenes Oberteil und die Sportjacke samt Schuhe will ich in der Halle oder dem Sportplatz nicht missen. Aber auf dem öffentlichen Markt der Eitelkeiten, wo kaum eine Zeitschrift oder gar Zeitung ohne Stilteil, Modeblogs und Fernsehprogramme jede Saison neue Trends festzustellen meinen, und das Einkaufen (‘Shopping’) zum sozialen Höhepunkt am Samstag oder verkaufsoffnenen Sonntag geworden ist, kann man sich derart identitätslos präsentieren?

Zeugt die Beliebigkeit des textilen Kostüms von Desinteresse oder Ahnungslosigkeit? Oft befürchte ich auch, dass das Selbstbewusstsein nur eine Folge des selbst-Hinterfragens geworden ist. Wir beschäftigen uns viel zu wenig mit uns selbst, und miteinander. Wir beschäftigen uns dafür aber manchmal doch ein bisschen zu sehr mit den Anderen. Meinen zu wissen, was sie falsch machen, im schlimmsten Fall lassen wir uns darüber aus und vergessen gar, wir selbst zu sein.

Nehmen wir uns doch etwas mehr Zeit, um uns morgens auf den Tag einzustellen. Um unsere Kombination nicht zum Kostüm, sondern zum Spiegelbild der Seele zu machen. Oder ja: Heute ist es Kostüm und lockeres Bild meiner selbst, weil ich frei habe. Weil ich Spaß habe, egal ob mit Krawatte oder ohne. (Mit jedoch mehr.)

Hauptsache, das Lächeln sitzt, und ich freue mich, mit den anderen in den neuen Tag zu starten. Jetzt bin ich wach, jetzt freue ich mich darauf, den anderen, Euch allen, einen schönen neuen Tag zu wünschen. Morgen sehen wir uns wieder. Zur gleichen Zeit, im gleichen Linienverkehr. Vielleicht mit einer neuen Krawatte?

Apr
19

Es ließ mir ja seit Donnerstag auf der re:publica keine Ruhe: ich sah keine zeigbaren Krawattentypen während der Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft in Berlin. Das mag entweder daran gelegen haben, dass ich nicht an den verschiedenen Veranstaltungsorten, sondern ‘nur’ im etwas pompös-vorlesungshaften Friedrichstadtpalast war. Dort trafen sich wohl die lockeren Typen, die eher T- als Tie-Shirts trugen. Dieses Wortspiel war vielleicht auch Inspiration für die gleichnamige Bekleidung, die dann doch nicht nur für Nerds und Geeks, sondern für alle T-Shirt-Liebhaber ist: Tie-Shirt.

Auch wenn wir natürlich lieber den echten Halsbinder anlegen, gekonnt knoten und variantenreich zu einem schönen Hemd kombinieren. Diese Shirts für guys und girls sind ein Hingucker, welcher der einen oder dem anderen auch mal die weniger ernste Seite. Eine Schlinge um den Hals kann eben auch viel Spaß machen.

Auf der Tie-Shirt Webseite finden sich zahlreiche Hemden mit Krawatten in bunten Farben, rockige, lustige Stile für Sommer und Winter, aber eben immer mit kurzem Arm. Im Online Shop lassen sich ausgewähöte Modelle bestellen: http://www.tie-shirt.com/